Raab-Katzenstein RK 9 "Grasmücke"
Type
RK 9 Two seat sportplane
RK 9a Two seat sportplane
RK 9b Two seat seaplane
Engine
1 Anzani 35 hp
1 Salmson AD 9
Dimensions
Length 6,85 m, height 2,30 m , span 8,96 m, wing
area 19,64 m2, aspect ratio 4
Length 6,60 m, height 2,30 m , span 8,96 m, wing area
19,64 m2, aspect ratio 4
 
Weights
Empty 250 kg, flying weight 450 kg, fuel 30 kg, oil
5 kg, pilot 80 kg, payload 85 kg, wing loading
22,90 kg/m2
Empty 275 kg, flying weight 475 kg, fuel 30 kg, oil 5
kg, pilot 80 kg, payload 85 kg, wing loading 24,2
kg/m2
 
Performance
Max. speed 120 km/h, cruising speed 100 km/h,
climb 1,3 m/sec., service ceiling 3000 m, range
400 km, startlength 50 m, landing speed 45 km/h
Max. speed 120 km/h, cruising speed 100 km/h, climb
1,5 m/sec., service ceiling 3500 m, range 400 km,
startlength 40 m, landing speed 45 km/h
 
R.K. 9 „Grasmücke", das neue deutsche Leichtflugzeug.
Die Raab-Katzenstein-Flugzeugwerke haben nach mehrmonatlicher Konstruktions- und Betriebsarbeit ein Leichtflugzeug herausgebracht (vergleiche „Der Flug", 10. Jahrgang, Nr. 5, Seite 83). das als Doppeldecker gebaut ist. Das Flugzeug kostet den für einen Doppeldecker zurzeit unerreicht niedrigen Preis von nur 6900 RM„ komplett mit Lufttüchtigkeitsschein, ab Werk Kassel. Die Werke beschleunigen mit ihrer äußerst gesunden Preispolitik in der Flugzeugindustrie eine Entwicklung, die in der dem Werk befreundeten maßgebenden Automobilindustrie jahrzehntelanger Arbeit, Erfahrung und Konzentration bedurfte. Die erste Serie von 20 Stück soll sogar zum Einführungspreis von nur 5900 RM. pro Flugzeug verkauft werden.
Die technischen Einzelheiten sind folgende:
Zentraler Rumpf zwischen Flächen, Sitze hintereinander, Doppelsteuerung. Doppeldecker, gestaffelt, freitragend mit Torsionsstielen. Motor im Rumpfbug auf Stahlrohrfundament unter Zwischen-schaltung von Stoßdämpfern gelagert, auf Zugpropeller arbeitend. Leitwerk und Ruder mit normal ellyptischer Umrißform, Höhenflosse einmal abgestrebt gegen Rumpf, Ruder unausgeglichen, Querruder am Oberflügel.
Werkstoff und Bauart des Rumpfes; Stahlrohrgerippe mit Rohr-diagonalen in den Bordrändern und Drahtauskreuzung in den wagerechten Ebenen, Stoffbespannung.
Werkstoff und Baurat der Tragflächen: Normal-Holzkonstruktion, I-Holme, Fachwerkspiere, Innenstiele und Randbögen, Duralrohr, Innenverspannung, Stahldraht. Seitenverhältnis des Flügels: 1 : 7,5 oben, 1 : 6,7 unten. Ein- stellwinkel der Flügel oben: 0,5°, unten 1,0°. V-Stellung der Flügel 0°.
Werkstoff und Bauart des Leitwerks:
Holzgerippe, stoffbespannt. Fahrgestell und Sporn: Normales Stahlrohr, Fahrgestell, Gummi-
schnurfederung, Sporn aus Durairohr.
Besatzung; Ein Führer und ein Fluggast bzw, Flugschüler.
Triebwerk:   Motor: dreizylindriger Anzani, luftgekühlt; Motorleistung etwa 35 PS; Luftschraubenantrieb: direkt; Brennstoff-beförderung: natürliches Gefälle;
Brennstoffunterbringung: Tank im Oberflügel; Brennstofffassung: 42 Liter.

Die Flugeigenschaften der „Grasmücke" sind vorzügliche. Vor allem hat das Flugzeug einen kurzen Start, gutes Steigvermögen und geringen Landungsauslauf und hohe Zuladung- Die „Grasmücke" ermöglicht bei einem eigenen Gewicht von nur rund 250 kg eine Zuladung von rund 200 kg und ist doppelseitig zur Mitnahme eines Passagiers und Reisegepäck eingerichtet. Die Sitzanordnung ist bequem, und sowohl Führer als Gast können ohne Mühe einsteigen. Der Motor springt leicht an. Das geringe Gewicht ermöglicht leichten Transport der Maschine.
Das Flugzeug ist sparsam im öl- und Betriebsstoffverbrauch. Man wird es selbst fliegen, und jedermann ist in der Lage, infolge der scharf durchgeführten Normung der einfachen Konstruktion der Zelle und der Unkompliziertheit des Motors wegen, auch etwa notwendige kleinere Handgriffe selbst zu verrichten und den Monteur zu sparen.
Die „Grasmücke" ist mit Doppelsteuerung versehen. Ihre bereits erwähnten vorzüglichen Flugeigenschaften machen sie zum idealen Schulflugzeug, das vor allem auch den Halter in die Lage versetzt, den Privatflieger billig auszubilden. Die untere Tragfläche ist durchgehend und stellt eine Fläche von 8X1,2 m dar für Reklamebeschriftung, die zudem infolge der Stellung nicht durch das Fahrgestell in der Reklame-wirkung der Schrift nach unten gestört wird. Die D-Nummer findet an der oberen Tragfläche Platz. Auch die Seiten des Rumpfes eignen sich vorzüglich zur Reklamebeschriftung. Bei der immer zunehmenden Beliebtheit der Flugzeugreklam© wird die „Grasmücke" eine vielseitige Verwendung im Dienst der Reklame finden. Die Raab-Katzenstein-Flugzeugwerke stellen schon seit Jahren die überwiegende Mehrzahl aller Reklame-flugzeuge. Ausschlaggebend für den Erfolg der „Grasmücke" auf allen Verwendungsgebieten wird aber neben den vorzüglichen technischen Eigenschaften der billige Preis von 6900 RM. sein, den die Werke sicher mit zunehmendem Umsatz noch weiter herabsetzen werden.
Es ist der deutschen Flugzeugindustrie wieder einmal als besonderes Verdienst anzurechnen, als Erste diesen Weg zur Schaffung eines billigen Allerweltsflugzeuges betreten zu haben, {Nach Angaben der Raab-Katzenstein-Werke.)
RK 9 Grasmücke  ein Leichtflug-zeug in Doppeldecker-Bauweise
Dieses leichte Schul- und Sportflugzeug entstand 1928 Es ging damals darum, preiswert zu bauen oder das Werk still zu legen. Je geringer das Gewicht eines Flugzeuges, um so preiswerter wird es. Die Grasmücke war deswegen als ganz einfacher Doppeldecker in Gemischtbauweise ausgelegt. Ihr Fluggewicht mit zwei Personen entsprach dem unserer heutigen Supererorchideen von Segelflugzeugen.
Das Werk bezeichnet die Grasmücke als stabil in allen Fluglagen. Eine Startrollstrecke von 40 bis 50 m und eine Landegeschwindigkeit von 45 Kilometer in der Stunde erscheint geradezu sensationell. Die Durchschnitts-Reisegeschwindigkeit mit 35 PS-Anzani-Motor lag bei 100 km/h und die Reichweite bei 400 km. Das Flugzeug wurde 1928 zu dem erstaunlich geringen Preis von 7450 R-Mark angeboten. Dieser Preis wurde erreicht durch die einfache Bauweise, einen Stahlrohrrumpf und die Doppeldeckerzelle.
In den Sportflieger-Werksmitteilungen vom 15. März 1929 ist folgendes über die Grasmücke nachzulesen:
..Der Doppeldecker hat dem Eindekker gegenüber den Vorteil der besseren Flugeigenschaften und größerer Stabilität in allen Flugständen, so zum Beispiel in unfreiwilligen Situationen, beim Abrutschen oder Trudeln des Flugzeuges. Die Grasmücke ist bisher das einzige in der bewährten    Doppeldecker-Bauweise konstruierte   Leichtflugzeug Deutschlands. Kurzer Start, gutes Steigvermögen, ausreichende Reisegeschwindigkeit, ruhige Lage in der Luft und geringster Platzbedarf bei der Landung kennzeichnen die Grasmücke".
Ein Jahr später, im Jahre 1929. verbesserte das Werk die Grasmücke auf Grund der vorliegenden Betriebserfahrungen. Es hatte sich gezeigt, daß  der verwendete Dreizylinder-Anzani-Motor sehr anfällig war und nur dann einwandfrei arbeitete, wenn er vom Piloten extrem schonend behandelt wurde. Er mußte während des Reisefluges stets stark gedrosselt   werden.   Bei der an und für  sich schon langsamen Maschine war dies ein schweres Handicap, deswegen rüstete das Werk die verbesserte Ausführung RK 9a mit dem wesentlich robusteren französischen 9-zylinder Salmson-Motor mit 40 PS aus. Mit Salmson-Motor erhielt das Flugzeug am  15. September 1929 sogar die Zulassung für Kunstflugtauglichkeit, wobei natürlich negative Flugfiguren ausgeschlossen waren. Allerdings wurde das Flugzeug dadurch auch teurer.
Auf die Frage an Kurt Katzenstein, warum das Werk - sieht man einmal vom Preis ab - auch 1929 immer noch beim Doppeldecker blieb, obwohl doch die aerodynamisch hochwertigen damaligen Tiefdecker von Klemm und Messerschmitt den Trend des   Sportflugzeugbaues   für das kommende Jahrzehnt zeigten, meinte dieser folgendes: „Sie müssen die Dinge aus der damaligen Zeit heraus sehen. In einer Wirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes flogen meist nur ehemalige  Kriegsflieger,   die noch einen guten Job hatten oder Inhaber von mittleren Betrieben. Die Kriegsflieger - und das waren die meisten - die wieder zu fliegen begannen, hatten durchweg großes Interesse am Kunstflug. Bei den Vereinen wurde damals meist nur um den Platz geflogen und viel mehr Kunst-flug betrieben als heute. Das Überlandfliegen war damals schon wegen der hohen Kosten wenig populär. Es wurden im übrigen eine ganze Reihe von Grasmücken gebaut, es waren 23 Stück. Mehrere wurden sogar mit Schwimmern ausgerüstet und nach China geliefert."
Source: Aerokurier 1970
R. K. 9 „Grasmücke", Leichtflugzeug.
Die Raab-Katzenstein-Flugzeugwerke haben nach mehrmonat-
licher Konstruktions- und Betriebsarbeit ein Leichtflugzeug herausge-
bracht, das entgegen dem bisher im deutschen Leiclitflugzeugbau ge-
bräuchlichen Eindeckertyp als Doppeldecker gebaut ist. Das Flug-
zeug kostet RM 6900., komplett mit Lufttüchtigkeitsschein, ab
Werk Kassel. Die erste Serie von 20 Stück soll sogar zum Einfüh-
rungspreis von nur RM 5900 pro Flugzeug verkauft werden.
Da die Entwicklung der deutschen Privat- und Sportfliegerei bis-
her in erster Linie und am stärksten durch die unerschwinglich hohen
Preise der Motorflugzeuge gehemmt wurde, so werden die weitesten
Kreise unserer Leser an der Neuerscheinung interessiert sein.
Dieser freitragende gestaffelte Doppeldecker mit Torsionsstielen
zeigt einfachen Aufbau. In dem zentralen Rumpf zwischen Flächen
befinden sich die Sitze hintereinander mit Doppelsteuerung. Der Mo-
tor ist im Rumpfbug auf Stahlrohrfundament unter Zwischenschaltung
von Stoßdämpfern gelagert. Der Rumpf besteht aus Stahlrohrgerippe
mit Rohrdiagonalen in den Bordrändern und Drahtauskreuzung in den wagerechten Ebenen, Stoffbespannung, Leitwerk und Ruder zeigen normal ellyptische Umriβform, Höhenflosse 1 mal abgestrebt gegen Rumpf, Ruder unausgeglichen, Querruder am Oberflügel. Die Tragflächen in normaler Holzkonstruktion besitzen I-Holme, Fachwerkspiere, lnnienstiele und Randbögen Duralrohr, Innenverspannung Stahldraht. Seitenverhältnis des Flügels ist 1 : 7.5 in oben, 1 : 6.7 m unten. Einstellwinkel der Flügel oben 0.50°, unten 1.0º. V-Stellung der Flügel 0°.
Die Flugeigenschaften der Grasmücke sind vorzügliche. Vor allem hat das Flugzeug einen kurzen Start, gutes Steigvermögen und geringen Landungsauslauf und hohe Zuladung. Die Grasmücke ermöglicht bei einem eigenen Gewicht von nur rund 250 kg eine Zuladung von rund 200 kg und ist doppelsitzig zur Mitnahme eines Passagiers und Reisegepäcks eingerichtet.
Motor: 3zyl. Anzani, 35 PS, luftgekühlt. Tank: 42 l im Oberflügel.
Spannweite: oben 8,960 m, unten 8,060 m. Länge: 6,850 m. Hohe:2,300 m. Tragende Fläche: 19,64 m2.
Rüstgewicht: 250 kg. Zufüllung: 200 kg. Vollgewicht: 450 kg. Flächenbelastung: 22,90 kg/ m2. Leistungsbelastung: 12,8 kg/PS.
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/Std. Durchschnittsgeschwindigkeit: 100 km/Std.. Landegeschwindigkeit: 40 km/Std.. Flugdauer mit einer Füllung Brennstoff: 4 Std. Aktionsradius: 400 km. Steigzeit auf 1000 m Höhe: 13 Min. Gipfelhöhe mit Vollast: 3600 m.