Type
Project for a Canard Passengercarrying plane , crew 10 + 100 passengers
Engine
4 1000 hp
Dimensions
Length 24,00 m, height 7,50 m, span 80,00 m, wing area  600 m2, max. wing chord 10,00 m, max. height of the wing profile 2,30 m
Weights
Empty 14000 kg, flying weight with 100 passengers and luggage (12000 kg) 36000 kg, fuel capacity for ten hours flight 10000 kg, wing loading 60
kg/m2, spec. load capacity 9 kg/hp
Performance
Max. speed 190 km/h,
Junkers J1000
Der "Zukunftseindecker"
Junkers J. 1000

In Zusammenhang mit dem Wiederauftauchen eines J 1000-Models, das vermutlich aus der sogenannten Junkers-Lehrschau stammt und demnächst im Deutschen Museum in München wieder ausgestellt werden soll, sei noch einmal auf dieses hoch- interessante Projekt eingegangen.
Die J. 1000, ein Flugzeug vom Ententyp, bei dem der von Hugo Junkers in seinem bekannten Gleitfliegerpatent entwickelten Vorschlag des dicken, lastenaufnehmenden Tragflügels weitgehend verwirklicht werden sollte, bildete den vorläufigen Abschluß einer im 1. Weltkrieg begonnenen, in den Nachkriegsjahren durch den Versailler Ver- trag gestoppten Entwicklung einer Reihe bemerkenswerter Junkers-Groß- und Riesen-flugzeuge. Das Projekt wurde bereits in früheren Aufsätzen (L. I. Heft 14. S 2137 ff., Heft 18 S. 2810 ff.) kurz erwähnt
Das Flugzeug, das entgegen anderer Darstellungen nicht erst 1925, sondern bereits ein Jahr früher anläßlich der 63. Hauptversammlung des VDI in Hannover der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, sollte 100 Fluggäste samt Gepäck (12 000 kg), 10 Besatzungsmitglieder sowie Kraftstoff für 10 Stunden Flugzeit (10 000 kg) transportieren können. Die gelegentlich verwendete Bezeichnung „Transozeanflugzeug der Zukunft" war sicherlich unzutreffend, denn bei einer maximalen Flugdauer von 10 Stunden und einer Fluggeschwindigkeit von 190 km/h hätte die Maschine den Atlantik nicht einmal in der Richtung von West nach Ost an seiner schmälsten Stelle und ohne ausreichende Kraftstoff-reserve überqueren können. Trotzdem stellte dieser Entwurf, der in seiner ersten Version nur fünf Jahre nach Ende des 1. Weltkrieges vorgestellt wurde, gegenüber den Konstruktionen des Auslandes einen enormen Fortschritt dar. nicht nur wegen seiner riesigen Dimensionen, sondern seiner ganzen Konzeption nach.
Neben der Verwendung eines sehr dicken, freitragenden Flügels, in dem samtliche Kabinen, Gepäck- und Besatzungsräume, Kraftstoff und Triebwerke untergebracht werden sollten, ist die Verwendung eines Einziehfahrwerks und einer neuartigen Triebwerksanlage bemerkenswert. Das Fahrwerk sollte in die beiden Rümpfe eingezogen, der Fahrwerksschacht unten durch eine Art Jalousie abgedeckt werden Um bei Notlandungen mit eingefahrenem Fahrwerk landen zu können, war die Unterseite der Rümpfe jeweils durch eine robuste Kufe verstärkt worden.
Für die Triebwerksanlage, die zunächst 4 x 1000 PS = 4000 PS leisten sollte, hatte man eine neuartige Lösung gefunden: zum erstenmal sollten im Flugzeugbau Freikolbenkompressoren verwendet werden. Die von den Kompressoren erzeugte Druckluft wurde über besondere Rohrleitungen zunächst zu einem Sammelbehälter und von dort zu den hinter den Luftschrauben angeordneten Turbinen geführt. Eine in Heft 18 auf S. 2811 abgebildete Dreiseitenansicht der J. 1000 zeigt in der Draufsicht des linken Flügels den Verlauf des Rohrsystems von den Triebwerken zu den Turbinen.
Im Laufe der Zeit ist das Projekt offenbar mehrfach überarbeitet und geändert worden Zu einem späteren Zeitpunkt wird jedenfalls über eine andere und stärkere Triebwerksanlage berichtet: vier Dieselmotoren von je 2000 PS sollten direkt vor der Flügelnase anstelle der Turbinen eingebaut werden. Das äußere Bild des Flugzeugs würde davon kaum berührt worden sein, seine Leistungen hätten sich jedoch erheblich verbessert Die J. 1000 ist Projekt geblieben, gab aber trotzdem eine solche Fülle von Anregungen, daß sie den Flugzeugbau wesentlich beeinflußt haben dürfte.
Baubeschreibung „Zukunftseindecker" Junkers J. 1000
Viermotoriges Verkehrsflugzeug in Entenbauweise, 1924.
Tragwerk
Rohrgerüst mit Wellblechbeplankung. Kommandostand oberhalb der Flügelnase mit guter Sicht nach allen Seiten. Dahinter FT-Raum und Küche, neben dem Kommandostand Kabine für den Kommandanten und den 1. Offizier, bzw. für zwei Piloten. Hinter diesen Räumen liegen die Maschinenräume mit Freikolbenkompressoren. Alle Fluggasträume sind in dem an der dicksten Stelle 2,3 m hohen Flügel untergebracht, und zwar 12 Kabinen mit je 6 Personen im Flügelvorderteil, 14 weitere Kabinen für je 2 Personen im Mittelgang des Flügels. Sämtliche Fluggast-Plätze für schnellen Umbau zu Schlafplatzen (wie in Eisenbahnabteilen) eingerichtet. Weiter ist ausreichender Platz für Mannschafts- und Gepäckräume vorhanden.
Rumpfwerk
Zwei kurze Rümpfe, wie Tragwerk aufgebaut, verbinden Tragwerk mit Vorderflügel, dienen als Speise- und Aussichtsräume für je 18 Personen, enthalten den Fahrwerks- schacht für das Hauptfahrwerk.
Fahrwerk
Zwei Hauptfahrwerksgruppen zu je drei nebeneinanderliegenden Rädern, in Rümpfe einziehbar, Abdeckung durch Jalousie. Zwei feste Sporne mit Spornrolle.
Leitwerk
Vorderflügel als Pendelruder ausgebildet (Höhenleitwerk). Doppeltes Seitenleitwerk in Verlängerung der beiden Rümpfe angeordnet Dazu zwei gekielte, zur Flugrichtung geschränkte (ruderlose) Seitenflossen nahe den Flügelenden angeordnet (nur an Oberseite).
Triebwerk
Ursprünglich 4 x 1000 PS = 4000 PS Freikolbenkompressoren vorgesehen, die Uber ein Rohrleitungssystem, einen Sammelbehälter und anschließendes zweites Rohrsystem die vier hinter den Luftschrauben angeordneten Turbinen mit Preßluft versorgen. Später wurden 4 x 2000 PS = 8000 PS als Triebwerksleistung angegeben; die Ölmotoren sollten in konventioneller Weise direkt hinter den Luftschrauben in der Flügelnase angeordnet werden.
Technische Daten Junkers J. 1000 (1924)
Spannweile 80 000 mm
Länge ü. a. 24 000 mm
größte Flügeltiefe 10 000 mm
größte Flügelhöhe 2 300 mm
Flügelfläche 600 m2
größte Höhe 7 500 mm
Fluggewicht 36 000 kg
davon Nutzlast (100 Fluggäste mit Gepäck) 12 000 kg
Kraftstoffvorrat für 10 Stunden 10 000 kg
Zelle, Triebwerk, Ausrüstung usw. 14 000 kg
Leistungen
vmax 190 km/h
Flächenbelastung 60 kg/ma
Leistungsbelastung 9 kg/ PS
Flächenleistung 6,7 PS/m2
Luftfahrt international 22