Horex
Hermann Reeb 1934
Der Flugzeugbauer Max Gerner aus Frankfurt hatte sich, nach dem Versuch mit verschiedenen anderen Motoren, Anzani, Salmson und BMW u. a., an Horex gewandt. Schließlich war doch Columbus ein Abkömmling der einstigen Flugmotorenschmiede der »Oberurseler Motorenfabrik« - nun, Hermann Reeb hatte zwar zwischenzeitlich auch einmal, noch als junger Schlossergeselle lange vor seinem Debüt bei den Kleemanns, bei den Adler-Werken in Frankfurt gearbeitet, ein Onkel war dort als Meister tätig gewesen, und er durfte dort an einem Flugmotor mit werkeln... - bei »Horex« nahm man die Herausforderung an.
Gefordert war eine niedrige Bauart, wie es Hermann Reeb einst berichtete, und so kam nur ein Seitenventilmotor in Frage, mit vier Zylindern, 2,5 Ltr. Hubraum und 5000 U/min und eine Leistung von annähernd 40 PS; sie wurde nicht ganz erreicht.
Reebs bereits überarbeitete Motoren, in diesem Fall der 600er, ergab die Basis. Der geforderte Hubraum, die Leistung und die Drehzahl, waren kein Thema. Fritz Kleemann hatte die Kosten im Sinn und plädierte nun natürlich frohlockend als Kaufmann, der Reeb solle einfach vier 600er-Motore in Reihe mit dem Kurbelwellen verzahnen... - . Zunächst war das auch ein Gedanke von Hermann Reeb, naheliegend, aber - »...das wird instabil, die Vibrationen sind zu stark, außerdem muss ohnehin ein neues Kurbelhaus gegossen werden und da gehört eine kompakte Kurbelwelle hinein!« Das war Hermann Reebs Entgegnung und er konnte schließlich »den Chef« überzeugen, wie er erzählte. Bei Hirth in Stuttgart Bad Cannstatt wurde die Kurbelwelle in Auftrag gegeben und das Gehäuse wurde in Gießen gegossen. -
Mit einer Draisine auf dem Bahnanschluss der Horex verliefen die ersten Probeläufe des Motors zufriedenstellend. Auch die Flugversuche auf dem Flugplatz in Frankfurt-Rebstock verliefen zur vollen Zufriedenheit. - Doch Fritz Kleemann sagte anschließend „nein“ zu dem Projekt - der Motor hätte zur Abnahme nach Berlin versandt werden müssen - und die weitere Finanzierung des Projektes stand bei Max Gerner auf Grund der damals immer noch schlechten Wirtschaftslage auf schwachen Füßen. -
Hermann Reeb und sein Flugmotor.
1930 - Frankfurter Flugfeld Rebstock: Das Gerner-Flugzeug. Mitte: Fritz Kleemann, rechts neben ihm, Heinrich Michels und der Pilot. Der Motor hat seine Feuerprobe bestanden.
Auch ein von der Motorradfirma Horex entwickelter Vierzylinder-Reihenmotor AFMA mit 45 Ps wurde in der Wnr. 3 erprobt, der sich aber als zu schwer erwies..