AKAFLIEG Braunschweig
Am 8. November 1922 trafen sich im Saal 14 der Technischen Hochschule Braunschweig einige Studenten und Assistenten. Beflügelt durch die Erfolge der Hannoveraner Akaflieg, die den alten
Segelflugdauerrekord von 21 Minuten innerhalb einer Woche erst auf eine, dann auf zwei und kurz darauf bis auf 3 Stunden und 6 Minuten verbesserten, gründeten sie die "Flugwissenschaftliche
Vereinigung an der Technischen Hochschule zu Braunschweig'1. Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau des Segeldoppeldeckers SB1 (Segelflugzeug Braunschweig 1) begonnen.
Im März 1923 machte die SB1 mit dem Namen "Storch" schon ihre ersten Sprünge vom Braunschweiger Nußberg. Da im Herbst 1923 am Röhnwettbewerb teilgenommen werden sollte, suchte
man ein geeignetes Übungsgelände und wählte den Langenberg bei Bad Harzburg aus. Bei den ersten Flügen im Mai ging dort leider die SB1 zu Bruch. Am Röhnwettbewerb sollte trotzdem
teilgenommen werden und so entschloß sich die Gruppe zum Bau der SB 2 "Heinrich der Löwe". Dieser Segeleindecker mit Flügelverwindung war das Ergebnis der ersten Diplomarbeit auf dem
Gebiet der Segelflugtechnik an der Technischen Hochschule Aus den Trümmern der SB1 wurde die SB3 "Brockenhexe" gebaut und so konnte man mit zwei Flugzeugen im Herbst am
Wettbewerb teilnehmen. In diesem Jahr konnte die Gruppe auch noch ihr erstes Heim beziehen. Die technische Hochschule stellte den noch nicht ganz fertiggestellten Bau für das
Flugtechnische Institut am Bienroder Weg, heute Institut für Strömungsmechanik, zur Verfügung.
Das Verhältnis von Aufwand zu Erfolg beim Segelflug und die Entfernung zu geeigneten Hangfluggeländen ließen Anfang 1924 die ersten Pläne über die Motorfliegerei aufkommen. Als erstes
Motorflugzeug sollte eine alte Rumpler-Taube wieder instand gesetzt werden. Hierzu wurde von der Stadt Goslar ein Motor gespendet. Anschließend baute man aus dem geschenkten 70 PS
Argus-Motor und einer Tiefdeckerzeile des Typs Heinkel He 18 die MB 4 (Motorflugzeug Braunschweig) die im Juli 1924 auf den Namen "Braunschweig" getauft wurde. Im gleichen Jahr
gründeten die Motorflugtreibenden Vereinigungen der Technischen Hochschulen die IDAFLIEG (Interessengemeinschaft Deutscher Akademischer Fliegergruppen).
Durch den Erfolg mit der Motorfliegerei bekam die Gruppe regen Zulauf, so daß man sich schon im Frühjahr 1925 nach einem weiteren Motorflugzeug umsah. Bis zum Sommer entstand unter der
Leitung des neuen Werkstattleiters Karl Kadziora aus dem Bruch eines Mark-Hochdeckers die MB 5 "Wolfenbüttel". Da die Gruppe die Anerkennung als gewerbliches Unternehmen erhalten
hatte, konnten Reklame- und Fotoflüge gegen Vergütung durchgeführt werden. Segelflug wurde ebenfalls in der Gruppe noch betrieben Bei einem Fliegerlager am Langenberg riß eine Windboe
der Startmannschaft die SB3 aus den Händen, die dann führerlos im Tal zerschellte.
Ein erfolgreiches Jahr wurde 1926. Die Gruppe bekam die Anerkennung als Vereins-Fliegerschule. Nun konnte innerhalb der Gruppe der Sportfliegerschein erworben werden. Ein neues
Motorflugzeug, eine Hochdecker DP9, wurde angeschafft und ein neues Segelflugzeug, die SB 6 "Till Eulenspiegel". gebaut. Mit diesem erfolgreichen Flugzeug wurden auf dem Röhnwettbewerb
1926 mehrere Preise gewonnen. Das schon 1926 und dann 1961 zwei Flugzeuge den selben Namen SB 6 bekommen haben, hat folgenden Grund: Die Flugzeuge, die vor dem zweiten Weltkrieg
in der Gruppe gebaut wurden, sind fortlaufend numeriert worden, egal ob Segel- oder Motorflugzeug. Nach dem Krieg wurden zur Typenzählung aber nur die Segelflugzeuge eigener Bauart
berücksichtigt, dies waren vier. Aus diesem Grund trägt das erste Nachkriegsflugzeug der Gruppe den Namen SB 5.
Durch Flugtage und Reklamebeschriftungen versuchte man, die Kosten für den Motorflug niedrig zu halten Der Segelflug spielte zu dieser Zeit eine nur untergeordnete Rolle Die IDAFLIEG
schrieb im Jahr 1928 einen Wettbewerb für ein Kleinflugzeug aus. Die Konstruktion MB 12 wurde eingereicht und gewann den zweiten Preis. Die Gruppe entschloß sich zum Bau des Flugzeugs.
Im Herbst konnte noch ein Udet-Flamingo BFW U 12a angeschafft werden, der vor allem für Überlandflüge gedacht war.
Drei Flugzeuge verlor man 1929. Die MB4 wurde durch Bruch, die MB 5 wegen Motorschadens und die DP-9 aus Altersschwäche unbrauchbar. Im Lauf des Jahres gelang es jedoch den Verlust
der Flugzeuge, durch den Kauf zweier gebrauchter Maschinen zu ersetzen (ein Doppeldecker Raka IIa "Pelikan" und ein Kl 1c "Schwalbe"). Gegen Ende des Jahres mußten die Räume am
Bienroder Weg geräumt werden und die Gruppe bezog eine Baracke mit Werkstatt und Geschäftsräumen am Flughafen. Im Jahr 1930 wurde dann in der neuen Werkstatt die MB 12
"Braunschweig" fertiggestellt Um die Zusammengehörigkeit mit den anderen Akademischen Fliegergruppen zu betonen, änderte die Gruppe ihren Namen in "Akademische Fliegergruppe
Braunschweig e.V." , kurz Akaflieg. Einen schweren Rückschlag erlitt man in diesem Jahr, als das Mitglied Gunther Lenz auf einem Flugtag in Goslar mit Kl 1c "Schwalbe" abstürzt und seinen
Verletzungen erlag.
Das Jahr 1931 war ein vergleichbar ruhiges Jahr für die Gruppe. Der Pelikan und der Flamingo bekamen zwei neuwertige Siemens Sh II Motoren und die MB 12 wurde überarbeitet. Es konnte
das ganze Jahr ein geregelter Flugbetrieb durchgeführt werden. Die ehemaligen Akaflieger schlössen sich zu einem "Altfliegerverband" zusammen und durften die Flugzeuge der Gruppe
mitbenutzen. Trotz starker Unterstützung und Bemühungen der Hochschule endet 1933 die freie Betätigung und Selbstbestimmung der Akaflieg mit der nationalsozialistischen Machtergreifung
Fliegerische Betätigung konnte nur noch im Rahmen des NS Deutschen Luftsportverbandes ausgeübt werden.
Das Verhältnis zwischen Technischer Hochschule und Akaflieg soll an dieser Stelle mit ein paar Worten erläutert werden. Es war stets ein Professor im Vorstand der Gruppe und sorgte somit für
eine enge Bindung an die Hochschule. Professor Eisenmann war bis zum Jahr 1931 Vorstandsmitglied. Professor Schmitz, ehemaliger Rektor trat seine Nachfolge an. Er war nicht nur
Bindeglied zwischen Hochschule und Gruppe, sondern nahm selber auch regen Anteil am Gruppenleben. Professor Schmitz war es auch zu verdanken, daß Professor Koppe 1930 nach
Braunschweig kam und das Institut für Luftfahrtmeßtechnik und Flugmeteorologie gründete. Zwischen diesem Institut und der Akaflieg bestand eine sehr enge Bindung. Man führte regelmäßig
Meßflüge für das Institut durch und es wurden einige Diplom- und Studienarbeiten an diesem Lehrstuhl angefertigt
Im Herbst 1937 gründeten 13 Studenten der Technischen Hochschule eine flugtechnische Gruppe, die der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, Berlin Adlershof, angeschlossen war und als
Nachfolgegruppe der Aktivitas der ehemaligen Akaflieg angesehen werden kann. Die ehemaligen Akaflieger hatten sich zu einer "Altherrenschaft der Akaflieg Braunschweig"
zusammengeschlossen und unterhielten enge Kontakte zu der Gruppe. Die enge Bindung zur Hochschule und ihren Lehrstühlen ging allerdings verloren. Die Gruppe bekam ihre Mittel von der
Versuchsanstalt und mußte dafür auch Aufträge für sie ausführen. Die Tradition der alten FWG konnte aber in dieser Gruppe bis Kriegsende erhalten bleiben.
Nach dem Kriegsende war alles zerstört, was die Studenten der Akaflieg mit Hilfe der Industrie, der Braunschweiger Bevölkerung und der Technischen Hochschule in 23 Jahren erfolgreicher
Arbeit für die Fliegerei aufgebaut hatten Die praktische und flugtheoretische Betätigung war in Deutschland jedoch verboten, so daß keinerlei Hoffnung für einen neuen Anfang bestand.
On 8 November 1922 a few students and assistants met in Room 14 of the Technical University of Braunschweig . Inspired  by the success of the Hanoverian Akaflieg that the old gliding duration record of 21 minutes was improved during  one week on one, then two, and shortly thereafter to  to 3 hours and 6 minutes, they founded the "Flugwissenschaftliche
Vereinigung an der Technischen Hochschule zu Braunschweig" That same year it was started with the construction of sailing biplane.SB1 (Segelflugzeug  Braunschweig 1)
In March 1923, the SB1, named "Storch", made   first starts from Braunschweig Nußberg. In the fall of 1923 the Röhnwettbewerb took place,, a suitable exercise area was sought and chose the Langenberg from near Bad Harzburg. In the first flights in May, the SB1 crashed . On the Röhnwettbewerb were still plans to participate  and so the group decided to build the SB 2 "Heinrich der Löwe". This monoplane with wing twist was the result of the first thesis from the department Segelflugtechnik an der Technischen Hochschul From the wreckage of the SB1 was the SB3 "Brockenhexe" built and so it was possible to take part with  two aircraft in t. This year, the group could also get their first home. The Technical College presented the not quite finished construction of the Flight Technical Institute at Bienroder..
The ratio of expenses to success on a glider and distance to suitable slope airfields were the beginning of 1924, the first powered flight plans on the rise. first
Engine plane was an old Rumpler Taube be repaired. For this purpose, an engine was donated by the city of Goslar. Then they built from donated 70 hp
Argus engine and a low-wing line of type Heinkel He 18 MB 4 (engine aircraft Braunschweig) which was given the name "Brunswick" in July 1924. In the same year
founded Motorflug Drifting associations of technical universities IDAFLIEG (Association of German Academic flying groups).
Due to the success of powered flight, the group was large audiences, so that you have looked around the spring of 1925 after another engine aircraft. By the summer was created under the
Management of the new workshop manager Karl Kadziora from the rupture of a mark-high Deckers MB 5 "Wolfenbüttel". Since the group will receive recognition as a commercial company
had, advertising and photo flights were carried out for remuneration. Gliding was also still in operation in the group During an air bearing on a gust of wind tore Langenberg
the team start the SB3 out of his hands, then the leaderless crashed in the valley.
A successful year was 1926. The group received recognition as a club pilot school. Now the Sportflieger bill could be purchased within the group. a new
Engine aircraft, a high-wing DP9, was purchased and a new glider, the SB 6 "Till Eulenspiegel". built. With this successful aircraft were on the Röhnwettbewerb
1926 won several awards. That got the same name SB 6 in 1926 and in 1961 two planes, for the following reason: The planes that before the Second World War
were built in the group are numbered consecutively, whether sailing or motor airplane. After the war, were to type count but only the gliders of his own design
taken into account, these were four. For this reason, the first post-war aircraft in the group named SB. 5
By flight days and promotional labels they tried to keep the cost of powered flight low Gliding played at that time only a subordinate role The IDAFLIEG
wrote in 1928 a competition for a light aircraft. The construction of FY 12 was filed and won the second prize. The group decided to build the aircraft.
In the fall of another Udet Flamingo BFW U 12a could be purchased, which was designed primarily for cross-country flights.
Three aircraft lost to 1929. The MB4 was breaking, the MB 5 due to engine failure and the DP-9 unusable from old age. During the year, however, managed the loss
the aircraft to replace by purchasing two second-hand machines (a biplane Raka IIa "Pelican" and a class 1c "Swallow"). Towards the end of the year had the rooms at the
Bienroder way to be vacated and the group moved into a shed with workshop and offices at the airport. In 1930, the MB was in the new workshop 12
"Brunswick" completed in order to emphasize the unity with the other academic flying groups, the group changed its name to "Academic Flying Group
Braunschweig eV ", short Akaflieg. A serious setback suffered one this year, as the member Gunther Lenz on an air show in Goslar with terminal 1c" crashes Swallow "and its
Injuries died.
1931 was a quiet year for the comparable group. The Pelican and Flamingo had two good as new Siemens Sh II engines and FY 12 has been revised. it could
throughout the year, a regulated operations are performed. The former Akaflieg themselves into a "Altfliegerverband" together and allowed the aircraft of the group
to share. Despite strong support and efforts of the university ends in 1933, the free activity and self-determination of Akaflieg with the Nazi seizure of power
Fliegerische operation could only be exercised within the framework of the National Socialist German Air Sports Association.
The ratio between Technical University and Akaflieg will be explained at this point with a few words. There has always been a Professor in the Management Board of the group and thus made for
close ties to the university. Professor Eisenmann was until 1931 Board Member. Professor Schmitz, former rector, succeeded him. He was not only
Link between the university and group, but also himself took an active part in group life. Professor Schmitz was also due to that Professor Koppe 1930 following
Brunswick came and founded the Institute for Luftfahrtmeßtechnik and Aviation Meteorology. Between that institution and the Akaflieg was a very strong bond. They held regular
Meßflüge for the Institute made by and there were some dissertations and other academic work on this chair
In the autumn of 1937, 13 students from the Technical University founded a flight technical group that was the German Research Institute for Aviation, Berlin Adlershof connected, and as
Follow-up group of Aktivitas the former Akaflieg can be considered. The former Akaflieg had become a "old boys' stem Akaflieg Brunswick"
together and maintained close contacts with the group. The close ties to the university and its faculties, however, was lost. The group got their funds from the
Research Institute and had it run orders for them. However, the tradition of the old FWG could be preserved in this group until the war ended.
After the war everything was destroyed, the students of the Akaflieg successful with the help of industry, and the Technical University of Braunschweig population in 23 years
Had set up working for flying the practical and theoretical flight activity was banned in Germany, however, so that no hope for a new beginning was.